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"Sir, ich bin nicht Ihrer Ansicht, aber ich werde mein Leben dafür geben, dass Sie sie sagen können!"

Dieses Zitat von Voltaire steht für liberales Gedankengut. Freiheit ist Toleranz, Freiheit ist das Miteinander, das im Andersdenkenden auch den Freund und Partner sieht. Diese Freiheit muss täglich neu errungen werden.

Das ist meine FDP


Ordentlicher Ortsparteitag am 20. Februar 2015

Am 20. Februar fand der Ordentliche Ortsparteitag Duisburg Süd der Freien Demokraten statt. Neben einem Rückblick auf die vergangenen Wahlergebnisse gab es auch eine Vorschau auf die kommenden Veranstaltungen. Nähere Informationen hier.

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FDP-Kandidat dankt für Reaktionen aus dem Duisburger Süden nach der „Raucher-Razzia“

Carlos A. Gebauer wendet sich an Duisburger Bürger und stellt sich schützend vor WAZ-Redakteur Oliver Schmeer

„Ich hätte nicht mit derart vielen und herzlichen Reaktionen gerechnet“, fasst FDP-Bezirkskandidat Gebauer die Stimmen des vergangenen Wochenendes in Mündelheim und Serm zusammen. „Offenbar haben viele Bürger in Duisburg ein sehr sensibles Gespür dafür, wann eine Behörde mit dem Einschreiten für Recht und Gesetz überzieht.“ Zwar habe sich die Bevölkerung zweifellos an die geltenden Gesetze zu halten. Die Verfolgung durch Ämter müsse aber „geeignet, erforderlich und – vor allem – angemessen sein“. Hier, so Gebauer, seien von besonders vielen Menschen anlässlich des aktuellen Straßenwahlkampfs Bedenken geäußert worden: „Man fragt sich, ob die Behörde mit gewaltsamen Widerständen in der Gaststätte Schmitz rechnen musste und ob das Geld, das Einsätze wie dieser kosten, nicht doch vernünftiger an anderen Stellen eingesetzt werden könnte.“ Insbesondere ältere Mitbürger seien zunehmen verunsichert, wenn sie sich alleine auf den Straßen bewegen. „Jeden Tag lesen sie in der Zeitung von Überfällen und Angriffen auf Senioren. Und sich fragen sich: Wo ist das Ordnungsamt dann?“

Für verfehlt hält Gebauer demgegenüber die – wie er sagt – „bisweilen erschreckend wütende Reaktion“ gegen den WAZ-Redakteur Oliver Schmeer, der über die Angelegenheit berichtet hatte. „Hier wird von der vertrauten Lokalzeitung offenbar mehr Solidarität mit den Bürgern erwartet“. Allerdings wünsche er sich an dieser Stelle mehr Verständnis für den Lokalredakteur: „Journalisten müssen heute unter zunehmend schwierigen Umständen arbeiten.“ Hinzu komme, dass gerade örtlich aktive Redakteure oft seit Jahren eng mit Behördenvertretern kooperieren. „Es ist menschlich nur zu verständlich, wenn daraus über die Jahre – und mit Blick besonders auf künftige Arbeit – bisweilen moderatere Stimmungslagen zwischen Presse und Stadt entstehen.“ Dies solle die Bevölkerung nicht einzelnen Redakteuren anlasten: „Zeitungsmacher wie Herr Schmeer sind für eine funktionierende Demokratie  unverzichtbar, da sie kompetente, unvoreingenommene und kritische Pressearbeit leisten.“

 

Carlos A. Gebauer

 

Carlos A. Gebauer

 

Zum WAZ-Artikel:

http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/scharfe-raucherkontrolle-entfacht-duisburger-wahlkampf-id9356612.html


 

Make love not law

Tolle deutsche Ranz

Plädoyer für die Gleichbehandlung von

Rauchern und Homosexuellen

von Carlos A. Gebauer

Als ich geboren wurde, saßen erwachsene Männer mit Zigarren in ihren Kneipen und hielten allein die Idee eines Schwulenclubs für völlig absurd. Nur wenige Jahre später brach – praktisch zeitgleich mit der seinerzeit noch freiwilligen Entscheidung meiner Eltern, mich einem Kindergarten mit professionell qualifiziertem Personal anzuvertrauen – die 1968er-Revolution aus. Deutschland beschloss, toleranter zu werden. Was Männer mit Männern in ihren Schlafzimmern taten, musste den Staatsanwalt bald nicht mehr interessieren. Die Liebe wurde frei, der Schwangerschaftsabbruch gesellschaftsfähig und auch ein geschiedener Politiker durfte endlich Minister werden.

Unter Miniröcken wurde nun unmöglich, dass sich tausendjähriger Gesellschaftsmuff weiter aufstaute. Der Pillenknick entwickelte sich zur bildungsoffensiven Lehrerschwemme und in den Clubs der Kommunarden rauchte man nicht mehr nur kubanische Zigarren. Statt eines „Ho- Chi-Minh!“ skandierte die zunehmend akademisierte Menge bald „Legalize!“, und selbstverwaltet geführte Kinderläden erzogen ihre Kunden antiautoritär zu selbstbestimmten Staatsbürgerdemokraten. Das strahlende Reich der lohnfortgezahlten Willy-Brandt-Arbeitnehmer hatte das dunkle Reich der Adolf-Hitler-Volksgenossen schuldbewusst hinter sich gelassen. Die Reiseweltmeister eroberten mit ihren Pkws westwärts die Welt, während ihre Vertreter ostwärts Entspannungspolitik übten. Freie Fahrt für freie Bürger, es sei denn an autofreien Sonntagen.

Je toleranter das Land für die Lebensentwürfe seiner Bürger wurde, desto toleranter mussten seine Bürger über die Zeit allerdings auch für die Gesellschaftsentwürfe ihrer Politiker werden. Denn ein zentral sozialversichertes Gemeinwesen konnte schon zum eigenen Selbsterhalt auf Dauer nicht dulden, wenn einzelne Saboteure den einmal errungenen gesellschaftlichen Fortschrittsgrad wieder in Frage stellten. Also schickte sich eine von allem reaktionären Spießertum befreite neue Politikergeneration an, die gewonnenen administrativen Freiheiten und Sicherheiten sorgsam und lückenlos einzuhegen. Die vormals größten Kritiker der Elche wurden nun zügig wieder selber welche. Das Verbot von Raucherclubs und Raucherkneipen betrieben sie emsig, ebenso wie das Gebot, Dreijährige doch bitte allerschnellstens den staatlichen Kinderkrippen zu überstellen. „Wir lassen kein Kind zurück“ nannte die Folgegeneration der Antispießer nun ihr wiederbelebtes Prinzip des Wir-kriegen-euchalle.

Nicht der Raucher ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt: Carlos A. Gebauer

Um allerdings sicherzugehen, dass Männer mit Männern in ihren Schlafzimmern keine Terroranschläge planten, erfand man bald vorsorglich den Bundestrojaner, den behördenvernetzten Datenabgleich und den finanzamtlichen Kontencheck. Ganz desinteressiert an amourösen Entgleisungen der Betrachteten, es sei denn in Klosterschulen, ließen sich nun der Kauf und Konsum unerlaubter Substanzen ebenso wie der Einsatz gewaschenen Geldes überprüfen.

An wieder autotauglichen Sonntagen beschworen Politiker in ihren Reden gleichwohl die antiautoritären Segnungen der tolerant-freien Gesellschaft und besangen vor ihrem selbstverwirklichten Publikum die Vorzüge der Zwangsversicherungssysteme in der geheiligt demokratieähnlichen Europaunion.

Aus dem Kampf gegen die Unfreiheit waren ein Kampf gegen rechts und ein Kampf für Toleranz fast ohne Ansehen der Person geworden. Selbst jugendliche Kiffer begrüßten dieses Respekt-Konzept, während sie ihre Kippen vor dem Betreten eines Hauses – respektvoll – löschten. Der konföderierte und konformierte deutsche Transferunionbürger zahlt demgemäß nun seinen emissionsoptimierten Kerosinzuschlag und seine Sicherheitsgebühr für die globale Urlaubsreise, leuchtet sein Heim glühbirnenfrei aus und leistet durch Trinken des richtigen Bieres weißblechfrei einen ökologisch korrekten Beitrag zur Rettung des südhemisphärischen Regenwaldes.

In dem dankbaren Bewusstsein, nicht als kleiner, unerkennbarer Fleck auf den Bildern von Massenaufmärschen eines Reichsparteitagsgeländes unterzugehen, sondern als freier Bürger mit Sozialversicherungs- und Steueridentifizierungsnummer biometrisch erfasst auf staatseigenen Personalausweisen individuell abgebildet zu sein, greift der neue deutsche Unionsbürger zu seinem kindergesicherten Feuerzeug, nimmt sich verstohlen eine brandschutzoptimierte Zigarette aus dem Schächtelchen mit Steuerbanderole und Gesundheitswarnung, entzündet den teils subventioniert angebauten Qualitätstabak und inhaliert an einsamer Stelle unter rauchmelderfreiem Himmel verstohlen den Duft der weiten Welt. Währenddessen denkt er an die spiegelverkehrte Zeit seiner Jugend, als Schmuddelhefte am Kiosk unter und Zigaretten über der Theke verkauft wurden.

Merkwürdig all dies. Einerseits herrscht toleranter Konsens, dass es den Gesetzgeber nicht zu interessieren hat, was Männer mit Männern und Frauen mit Frauen in trauter Zweisamkeit einvernehmlich und freiwillig intim mit ihren Körpern treiben. Andererseits mag eben dieser Gesetzgeber seinen Bürgern in wachsender Intoleranz nicht zugestehen, wenn sie in trautem Einvernehmen freiwillig beieinander sitzen und eben diesen Körpern anstelle von hormonellen Glückszuständen etwas Nikotin beibringen. Auf der Suche nach einem rationalen Erklärungsmuster für derlei Differenzierung kann man nicht anders als sich verlaufen. Ein Kampf gegen Gesundheitsrisiken jedenfalls gibt dieser Gesetzgebung nicht die Richtung. Soweit nämlich ersichtlich, haben nicht einmal Experten vom Schlage der Rahmstorfs oder Schellnhubers bislang argumentiert, Tabakgenuss ohne Zigarettenspitze verbreite HIV.

Es bleibt also durchaus Hoffnung, dass Schwulenclubs und Raucherclubs von unserem Gesetzgeber doch noch friedlich nebeneinander toleriert werden könnten, bevor meine Generation dereinst von ihren Kindern in ein von ungelernten Aushilfskräften betriebenes Altersheim gebracht wird. Es bedarf nur einer konsequenten Rückbesinnung auf wirkliche Toleranz anderen gegenüber. Denn: Wäre es nicht schön, wenn ein jeder Bürger wirklich selbstverwaltet mit seinem Körper nach seinem eigenen selbstbestimmten Belieben verfahren darf? Wäre es nicht anstrebenswert, einen solchen Gleichklang der Toleranz gegenüber der jeweils variierenden Körpernutzung der anderen zu erleben? Und wäre nicht dann zumindest einer der Träume von 1968 insoweit einmal wirklich im Ansatz konsequent erfüllt?


 

Traditionsessen

Zum traditionellen Grünkohlessen hatte der Ortsverband Süd
am 16. Februar in die Gaststätte "Am Stern" geladen.

Der Gastredner Christoph Dammermann diskutierte mit den Gästen
über das Thema:


 

"Noch eine Chance für die Liberalen oder Die Zukunft der Freiheit"
 

Essen1

 

Essen1

Christoph Dammermann im Gespräch mit Carlos A. Gebauer